Besinnliches

Nächster Sonntagsgottesdienst

Sonntag, 12. August, 11. Sonntag nach Trinitatis
Sommergottesdienst zum Bild "Sonnenblumen" von Vincent van Gogh
9.30 Uhr Gottesdienst mit Feier des Abendmahls mit Pfarrerin Barbara Koch.
Die Kollekte des Gottesdienstes ist für die Weltmission bestimmt.

Sonntag, 19. August, 12. Sonntag nach Trinitatis
Sommergottesdienst zum Lied "Geh aus mein Herz" von Paul Gerhardt
9.30 Uhr Gottesdienst mit Taufe mit Pfarrerin Barbara Koch.
Die Kollekte des Gottesdienstes ist für Ökumene und Auslandsarbeit bestimmt.

Lieber Alexander,

wir möchten Dir heute einen Brief auf Deinen Weg mitgeben, den Du lesen sollst, wenn Du größer bist.

Vor 7 Monaten bist Du, Alexander, zur Welt gekommen.

Noch kannst Du nicht sprechen oder sitzen. Noch wissen wir nicht ganz, welche Persönlichkeit in Dir steckt, wie Du einst Dein Leben gestalten willst, was mit Dir zur Welt kommt an Talenten, Begabungen, Fähigkeiten. Wer Du bist und was Du zu geben hast. Vielleicht ist das gar nicht möglich, jemanden ganz zu kennen. Es bleibt offen, was wir Wirklichkeit werden lassen bis an unser Lebensende.

Und doch feiern wir heute Deine Taufe. Wir, das sind zunächst einmal Deine Eltern, Deine Schwester , Deine Paten, Deine Familie und deren Freunde vielleicht. Darüber hinaus feiern wir als ganze Gemeinde Deine Taufe, deshalb wirst Du im Sonntagsgottesdienst der Gemeinde getauft.

Warum ist das so?

Dürfen wir Dich eigentlich als Baby taufen – ohne dass Du selber mitentscheiden kannst? Warum warten wir nicht bis Du selber Ja dazu sagen kannst? Solche Fragen wirst Du uns vielleicht einmal stellen. Gerne will ich Dir erzählen, was Deine Eltern und Paten und was wir als Deine Kirchengemeinde dabei gedacht haben.

Zunächst einmal: Uns ist gemeinsam, dass wir in unserem Leben darauf vertrauen, dass wir nicht einfach zufällig auf der Welt sind. Oder anders gesagt: Das, was Zufall genannt wird, ist nicht ohne Grund. Wir vertrauen darauf, dass da eine Kraft ist, eine schöpferische Kraft, die uns geschaffen hat mit all unseren Fähigkeiten, mit unserer ganzen Persönlichkeit, als ein Puzzlestück in unserer Welt, unserem Kosmos, den vielen Universen, die es gibt. Wir nennen diese Kraft „Gott“. Wir glauben, dass er uns ins Leben ruft. Er spricht und die Welt entsteht, Staub wird lebendig und da sind Menschen, Tiere, Pflanzen, ein blauer Planet mitten im Universum, dessen kostbarste Gabe das Leben ist. Nirgendwo sonst, wo wir suchen konnten, gibt es das. Nur bei uns, auf der Erde.

Gott ruft uns ins Leben, um hier in dieser Welt, wir selbst zu werden. Unsere Talente zu entfalten, zu gebrauchen, zu geben, was wir haben: unseren Nächsten, unseren Mitgeschöpfen, unserer Mitwelt. Darin besteht, so glauben wir, der Sinn unseres Lebens, miteinander in eine partnerschaftliche und ehrliche Beziehung zu treten, uns mitzuteilen und zuzuhören, einander Lasten zu tragen und nicht allein zu lassen, in schönen und in schweren Momenten. Unseren Teil beizutragen, damit unser aller Leben auf diesem blauen Planeten gelingt.

Daraus folgt, dass es für uns Getaufte in der Politik und in der Gesellschaft nie darum gehen kann, uns selbst an die erste Stelle zu setzen. Wir geraten in eine Sackgasse, wenn wir nicht an Gesellschaftsstrukturen mitarbeiten, die Gemeinschaft und Solidarität, Frieden und Bewahrung der Schöpfung fördern. Wenn wir glauben, dass Gott die Welt geschaffen hat, dann teilen wir seinen Traum von einer Welt, in der alle seine Menschen die Chance auf ein menschenwürdiges Dasein erhalten, von einer Welt, wo Konflikte ohne Waffen gelöst werden, nur mit Worten, mit der Gabe der Sprache, die uns Gott ähnlich sein lässt. Wir träumen davon, dass Menschen einander respektieren, egal welcher Hautfarbe, Kultur oder Religion. In Gottes Welt haben selbst die ein Recht auf Leben, die es vernichten wollen; das empfinden auch wir immer wieder als Zumutung und als Herausforderung. Doch wenn Gott der Schöpfer des Lebens ist, dann ist er auch der alleinige Herr darüber. Nicht wir bestimmen, wem es zusteht und wem nicht. Auf den Namen dieses Gottes taufen wir euch. Diese Wendung "auf den Namen" kommt aus der antiken Bankensprache und bedeutet soviel wie "auf sein Konto". Wir schreiben Dich ihm gut. Du bist eingebunden in seinen Herrschaftsbereich, in Gottes Reich, wie wir sagen.

Warum tun wir das und woher wissen wir das alles?

Dieser geheimnisvolle Mensch Jesus aus Nazareth hat uns das gelehrt. „Was Ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt Ihr mir getan.“, hat er gesagt und wenn wir Dich, Alexander, dann auch auf den Namen des Sohnes, des Gotteskindes Jesus taufen, dann bedeutet das, dass wir bei ihm in die Schule gehen, unser ganzes Leben lang. Er lebt, leidet und liebt als Mitmensch in dieser Welt, und Gott mit ihm. So weist er uns aneinander. Im Gleichnis vom Schatz im Acker, vom reichen Kornbauern, vom verlorenen Schaf lehrt er uns, dass wir unser Glück und unsere Zufriedenheit dort finden, wo wir unsere Talente füreinander einsetzen. Das ist wieder ein Begriff aus der Bankensprache: Unsere "Talente" sind unsere Währung, mit der wir Gottes Reich Wirklichkeit werden lassen können. Deshalb steckt hinter Deiner Taufe unser gemeinsamer Wunsch, dass Du irgendwo einen Ort findest, wo Du Dein Glück finden magst und Deine Fähigkeiten einsetzen kannst. Es steckt der Wunsch dahinter, dass Du einen Sinn findest in Deinem Leben. Du bist einzigartig auf der Welt. Noch nie hat Gott zwei gleiche Menschen geschaffen. Selbst Zwillinge fangen an, sich zu unterscheiden, wenn sie ihr Leben leben. Genau Du, mit allem, was zu Dir gehört, mit allem, was Dir gegeben ist, genau Du bist in diese Welt gerufen, um glücklich zu machen – um glücklich zu werden.

Wir brauchen Dich in unserer Welt, unserem Land und auch unserer Gemeinde. Denn in diese Gemeinde bist Du in der Taufe aufgenommen worden. Wir versprechen Dir, dass wir Dir und Deiner Familie beistehen nach unseren Kräften. Dass wir uns miteinander immer wieder neu aufmachen auf die Suche nach dem guten, dem richtigen Weg, auf die Suche nach dem Ort, wo der lebendige Gott sich heute finden lässt. So sehen wir die Taufe auch als feierlichen Beginn unseres gemeinsamen Wegs. Gottes Geist, auf den wir Dich als drittes taufen, wird bei uns sein. Diese Zusicherung haben wir.

Von Herzen wünschen wir Dir, lieber Alexander, dass Du verstehen lernst, was es heißt, Gottes geliebtes Kind zu sein in dieser zwiespältigen Welt. Und dass Du später in der Konfirmation „Ja“ sagst zu unserer Entscheidung.

Wir als Gemeinde freuen uns, Dich und Deine Familie und alle, die zu Euch gehören, auf Eurem Weg begleiten zu dürfen. Wir wünschen Euch allen Gottes Segen, damit Euer Leben gelingt.

Deine Kirchengemeinde

Wasser - eine Gottesgabe. WASSER heißt LEBEN, bedeutet Wachstum und Gedeihen, Wasser steht für Wohlstand und Zukunft. Auseinandersetzungen um die Verteilung des Wassers gibt es seit Jahrtausenden und darum geht es in diesem Text 1. Mose 26: Streit um die Segensgabe Gottes und die Lösung des Konflikts.

Biblisch gesehen gehört Wasser wie Brot zu den Grundnahrungsmitteln. Wasser, ein Gut, das laut der Tora niemandem verweigert werden soll, auch Fremden und Kriegsgefangenen nicht. Ein Vers aus dem Buch der Offenbarung wurde zur Jahreslosung 2018 gewählt, Gott verspricht Wasser zu geben aus der „Quelle des lebendigen Wassers umsonst“. Nicht abgestandenes Wasser aus einer Zisterne, nicht aus einer Pfütze, in der sich schon lange der Himmel nicht mehr spiegelt. Gott verspricht Wasser aus der Quelle, sprudelndes, frisches Wasser, das immer neu und ständig weiter nachfließt.

Wasser wie Manna, das Himmelsbrot: nicht zum Aufbewahren, sondern zum Genießen, zum Erquicken, um Durst und Hunger zu stillen und darauf zu hoffen, zu warten, zu vertrauen, dass morgen auch für mich gesorgt ist. Solche Lebensweise entspricht dem Gott der Bibel: die alles von Gott erwartet und entgegennimmt und nicht auf die eigene Gesichertheit und das eigene Sorgen setzt. „Haben, als hätte man nicht“ beschreibt Paulus viel später diese Lebensführung und Erich Fromm wird im 20. Jahrhundert sagen: Es geht um das Sein, nicht das Haben.

So leben Menschen, die unterwegs sind. Das kann ganz wörtlich gemeint sein, wie bei Menschen, die in fremdem Land leben und keinen gesicherten Rechtsstatus haben - Flüchtlinge heute oder die Erzväter damals. Den Mächtigen ausgeliefert, Gerichten, die über Asylgesuche entscheiden oder den Regierenden der Stadtstaaten der Philister. Das kann auch in einem übertragenen Sinn gelten: Menschen, die unterwegs sind auf der Suche nach dem Sinn, nach Gott, nach der Wahrheit. Und es kann die Lebensart derer sein, die mit Psalm 39 klar erkennen: „Ich bin ein Gast bei dir, ein Fremdling wie alle meine Väter“, die wissen: es gibt keinen Rechtsanspruch auf Gottes Reich, keine Sesshaftigkeit im Königsland. Aus der Bibel können wir diese Gott angemessene Lebensform lernen. Aus den Erzählungen über Menschen, die unterwegs in eine schwierige und vermeintlich aussichtslose Lage geraten. In einer prekären Lage zu sein, bedeutet, auf Bitten angewiesen zu sein und gerade da bekommen die „Verlierer“ Gottes Heilszusage, die Zusicherung von Gottes Mit-Sein, Verbundenheit, Gottes Segen.

Dazu eine Geschichte aus dem 1. Buch Mose:

Jahreslosung 2018: Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. (Offenbarung 21,6 (L))

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